Do Kwon bekennt sich schuldig im Zusammenhang mit dem 40 Milliarden Dollar schweren Krypto-Crash in den USA

Do Kwon, der südkoreanische Kryptowährungsunternehmer hinter den gescheiterten Token TerraUSD und Luna, bekannte sich in den USA in zwei Anklagepunkten der Verschwörung zum Betrug und des Überweisungsbetrugs schuldig und markiert damit eine bedeutende Wende in einem der größten Zusammenbrüche in der Geschichte der digitalen Vermögenswerte. Das Geständnis, das vor dem US-Bezirksrichter Paul Engelmayer in New York abgelegt wurde, erfolgte, nachdem Kwon Anfang des Jahres in einer Anklage mit neun Anklagepunkten zunächst jegliches Fehlverhalten bestritten hatte. Gemäß einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft von Manhattan werden die Staatsanwälte eine Freiheitsstrafe von höchstens 12 Jahren empfehlen, falls er die Verantwortung übernimmt. Die Höchststrafe beträgt 25 Jahre. Die Urteilsverkündung ist für den 11. Dezember angesetzt. Vorwurf der Irreführung von Investoren Die Staatsanwaltschaft behauptete, Kwon habe die Stabilität von TerraUSD, eines sogenannten Stablecoins, dessen Wert bei 1 US-Dollar gehalten werden soll, falsch dargestellt. Als der Token im Mai 2021 seine Bindung verlor, teilte Kwon den Investoren mit, dass ein automatisiertes System, das „Terra Protocol“, seinen Wert wiederhergestellt habe. Die Behörden sagen, er habe sich stattdessen mit einer Hochfrequenzhandelsfirma abgesprochen, um heimlich große Mengen TerraUSD zu kaufen und so den Preis künstlich zu stützen. Diese Behauptungen, so die Staatsanwaltschaft, veranlassten private und institutionelle Anleger, Produkte von Terraform Labs zu kaufen, wodurch der Marktwert von Luna – der Schwesterkryptowährung von TerraUSD – bis zum Frühjahr 2022 auf etwa 50 Milliarden Dollar stieg. Beide Token brachen später im selben Jahr ein, wodurch ein Wert von schätzungsweise 40 Milliarden Dollar vernichtet wurde und der Stablecoin-Markt ins Visier geriet. Zivilrechtlicher Vergleich und internationale Anklage Im Jahr 2024 einigten sich Kwon und Terraform Labs darauf, 4.55 Milliarden Dollar zu zahlen, um eine Zivilklage der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC beizulegen. Als Teil dieses Vergleichs akzeptierte Kwon eine persönliche Geldstrafe von 80 Millionen Dollar und ein Verbot der Teilnahme an Kryptowährungstransaktionen. Der 33-jährige Kwon befindet sich seit seiner Auslieferung aus Montenegro Ende 2024 in US-Haft, wo er in einer anderen Angelegenheit festgenommen wurde. Auch in Südkorea wird er strafrechtlich verfolgt. Im Rahmen des Vergleichs werden die US-Staatsanwälte seiner möglichen Überstellung ins Ausland nach Verbüßung der Hälfte seiner Strafe in den USA nicht widersprechen. Der US-Staatsanwalt von Manhattan, Jay Clayton, erklärte in einer Erklärung, Kwon habe „das technologische Versprechen und das Investitionsinteresse an Kryptowährungen genutzt, um Investoren zu täuschen“. Die Staatsanwälte betonten jedoch, der Vergleich spiegele seine Kooperation und sein Schuldeingeständnis wider. Der Fall bleibt ein Prüfstein in den Debatten über die Aufsicht über Kryptowährungen, insbesondere im Hinblick auf die Regulierung von Stablecoins und den Anlegerschutz im volatilen Markt für digitale Vermögenswerte.
