Die Kryptowährungsmärkte gaben am späten Freitag nach, da die Anleger auf die Führungswechsel bei der US-Notenbank Federal Reserve und die wachsende Unsicherheit hinsichtlich Inflation und Zinssätzen reagierten.
Bitcoin fiel im Nachmittagshandel unter wichtige Preisniveaus, nachdem Kevin Warsh von Präsident Donald Trump offiziell als neuer Vorsitzender der US-Notenbank vereidigt worden war.
Wichtige Erkenntnisse
- Bitcoin fiel am späten Freitag auf rund 75,800 US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand im Mai.
- Kevin Warsh wurde offiziell als neuer Vorsitzender der US-Notenbank (Federal Reserve) vereidigt.
- Die Märkte sind weiterhin besorgt über Inflation, Zinssätze und eine sich abschwächende Verbraucherstimmung.
- Immer mehr Händler gehen davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten oder sie im Jahr 2026 sogar noch einmal anheben könnte.
Warsh übernimmt offiziell die Führung der US-Notenbank
Warsh wurde im Rahmen einer Zeremonie im Weißen Haus, an der hochrangige Politiker und Richter des Obersten Gerichtshofs teilnahmen, zum elften Vorsitzenden der modernen Ära der Federal Reserve ernannt.
Trump erklärte öffentlich, er wolle, dass Warsh unabhängig agiere, bekräftigte aber bei einer späteren Kundgebung in New York auch seinen Wunsch nach niedrigeren Zinssätzen.
In seiner Rede erklärte Warsh, er werde eine „reformorientierte Federal Reserve“ leiten, die sich auf Preisstabilität, Beschäftigung und institutionelle Glaubwürdigkeit konzentriere.
Warsh tritt die Nachfolge von Jerome Powell an, dessen achtjährige Amtszeit als Fed-Chef diese Woche endete. Powell bleibt der Federal Reserve als Gouverneur erhalten.
Bitcoin- und Kryptomärkte geben nach
Die Kryptopreise gaben am Freitagnachmittag trotz relativ ruhiger Aktienmärkte im Vorfeld des Memorial Day-Wochenendes nach.
Bitcoin fiel innerhalb von 2.4 Stunden um etwa 24 % auf rund 75,800 US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand im Mai. Andere wichtige Kryptowährungen wie Ethereum, Solana und XRP verzeichneten im gleichen Zeitraum sogar noch deutlichere Verluste.
Der Rückgang gefährdet Bitcoins Versuch, den dritten positiven Monatsabschluss in Folge zu erzielen, was mehrere Marktanalysten Anfang Mai noch als positives technisches Signal gewertet hatten.
Schwache Wirtschaftsdaten erhöhen den Druck
Die Zurückhaltung der Anleger nahm nach der Veröffentlichung enttäuschender US-Wirtschaftsdaten am Freitagmorgen ebenfalls zu.
Der Verbraucherstimmungsindex der Universität Michigan fiel im April Berichten zufolge auf ein Rekordtief von 49.8 Punkten, während die Inflationserwartungen stiegen. Die Daten verstärkten die Befürchtung, dass die US-Wirtschaft mit einer schwierigen Kombination aus verlangsamtem Wachstum und anhaltender Inflation konfrontiert sein könnte.
Steigende Ölpreise infolge geopolitischer Spannungen haben die Aussichten für die US-Notenbank Federal Reserve zusätzlich erschwert, insbesondere da die Märkte weiterhin darüber diskutieren, ob die Zentralbank die Zinssätze in den kommenden Jahren senken, beibehalten oder möglicherweise erhöhen wird.
Laut Marktpreisdaten gehen Händler zunehmend davon aus, dass die Fed die Zinssätze bis weit in das Jahr 2026 hinein hoch halten wird.
Märkte beobachten Warshs politische Ausrichtung
Warsh war bereits während der Finanzkrise 2008 als Gouverneur der Federal Reserve tätig und hat seither Aspekte der langjährigen Marktinterventionspolitik der Fed kritisiert.
Er hat sich auch dafür ausgesprochen, die Rolle der Zentralbank in Bereichen außerhalb ihres Kernmandats zu reduzieren, einschließlich klima- und sozialpolitischer Diskussionen.
Für Krypto-Investoren könnte Warshs Führungsrolle in den kommenden Monaten ein wichtiger Faktor für die Liquiditätslage, die Kreditkosten und die allgemeine Risikobereitschaft des Marktes werden.
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Fazit
Der Rückgang des Bitcoin-Kurses am Freitag spiegelt die allgemeine Marktunsicherheit wider, da sich die Anleger auf einen bedeutenden Führungswechsel bei der US-Notenbank Federal Reserve und gleichzeitig auf sich verschlechternde Wirtschaftsdaten einstellen müssen.
Warsh hat zwar einen reformorientierten Ansatz bei der Fed versprochen, doch die Märkte reagieren weiterhin sehr sensibel auf jegliche Signale hinsichtlich der künftigen Zinspolitik, der Inflationsbekämpfung und der Wirtschaftswachstumsaussichten.

