Die Prognosemarktplattform Polymarket plant eine langfristige Expansion nach Japan und strebt bis 2030 die vollständige behördliche Zulassung für den Betrieb im Land an. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines zunehmenden globalen Wettbewerbs und einer strengeren Überwachung von Prognosemärkten in verschiedenen Ländern.
Wichtige Erkenntnisse
- Polymarket strebt bis 2030 die behördliche Zulassung in Japan an.
- Die japanischen Glücksspielgesetze verhindern derzeit, dass einheimische Nutzer legal auf die Plattform zugreifen können.
- Das Unternehmen sieht in Japans großer Krypto-Nutzerbasis und Einzelhandelskultur eine große Wachstumschance.
- Der Wettbewerb durch die konkurrierende Prognosemarktplattform Kalshi und sinkende Handelsvolumina erhöhen den Druck auf Polymarket weltweit.
Polymarket zielt auf den japanischen Markt
Laut mehreren Berichten hat Polymarket Mike Eidlin, den ehemaligen Japan-Chef von Jupiter, zum Leiter der Aktivitäten in Japan und Koordinator der Lobbyarbeit mit Regulierungsbehörden und politischen Entscheidungsträgern ernannt.
Das Unternehmen betrachtet Japan Berichten zufolge als einen unterentwickelten, aber potenziell wertvollen Markt für Prognosehandelsplattformen . Japan hat rund 124 Millionen Einwohner und schätzungsweise 12 Millionen registrierte Krypto-Konten und ist damit einer der größten Märkte für digitale Vermögenswerte in Asien.
Trotz des Interesses ist japanischen Nutzern der Zugang zu Polymarket aufgrund lokaler regulatorischer Beschränkungen seit Jahren verwehrt.
Strenge Glücksspielgesetze bleiben ein großes Hindernis
Japan hat einige der strengsten Glücksspielgesetze der Welt. Nach geltendem Recht sind Wetten nur bei staatlich genehmigten Aktivitäten wie Pferderennen, Lotterien und bestimmten öffentlichen Sportveranstaltungen erlaubt.
Artikel 185 des japanischen Strafgesetzbuches verbietet unerlaubte Glücksspielaktivitäten. Wiederholungstätern drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren. Der Betrieb eines illegalen Glücksspielgeschäfts kann sogar noch härtere Strafen nach sich ziehen.
Der rechtliche Status von Prognosemärkten ist in Japan weiterhin unklar, was Unsicherheit für Plattformen wie Polymarket schafft, die es Nutzern ermöglichen, auf reale Ereignisse zu wetten.
Ein Sprecher von Polymarket erklärte demnach, das Unternehmen habe ein „signifikantes organisches Interesse“ von Nutzern in Japan und ganz Asien festgestellt und prüfe derzeit gesetzeskonforme Wege zur globalen Expansion.
Wachsende Gemeinschaft trotz Einschränkungen
Obwohl Japan derzeit noch zu den eingeschränkten Ländern von Polymarket zählt, hat die Plattform dort bereits eine beachtliche Online-Community aufgebaut.
Der auf Japan fokussierte X-Account soll über 53,000 Follower haben, was das wachsende lokale Interesse an Prognosemärkten trotz eingeschränkten Zugangs unterstreicht.
Berichten zufolge greifen einige Nutzer in eingeschränkten Regionen weiterhin über VPN-Dienste auf Prognosemarktplattformen zu, obwohl solche Aktivitäten gegen Plattformrichtlinien oder lokale Gesetze verstoßen könnten.
Der Wettbewerb und der Regulierungsdruck nehmen zu.
Die Expansionspläne von Polymarket kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Prognosemarktplattformen weltweit zunehmender regulatorischer Aufmerksamkeit ausgesetzt sind.
Länder wie Indien haben in jüngster Zeit Maßnahmen ergriffen, um den Zugang zu solchen Plattformen einzuschränken oder zu überprüfen, während die Regulierungsbehörden in anderen Regionen weiterhin prüfen, ob Vorhersagemärkte unter die Regeln für Glücksspiel oder Finanzhandel fallen sollten.
Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb innerhalb der Branche. Daten von Token Terminal zeigen, dass das monatliche Nominalhandelsvolumen von Polymarket im April zurückging, während die Konkurrenzplattform Kalshi im gleichen Zeitraum ein Wachstum verzeichnete.
Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass der Wettbewerb um Marktanteile in der Prognosemarktbranche intensiver wird, da die Plattformen eine Expansion in neue Regionen anstreben.
Fazit
Polymarkets Interesse an Japan spiegelt die weltweit wachsende Nachfrage nach Prognosemarktplattformen und die zunehmende Verbreitung kryptobasierter Finanzprodukte in Asien wider. Japans strenge Glücksspielgesetze und die unklare rechtliche Einordnung von Prognosemärkten bedeuten jedoch, dass das Unternehmen vor einem schwierigen und potenziell langwierigen Genehmigungsverfahren steht.
Sollte Polymarket Erfolg haben, könnte Japan aufgrund der ausgeprägten Einzelhandelskultur und der aktiven Krypto-Nutzerbasis zu einem der wichtigsten internationalen Märkte des Unternehmens werden. Bis dahin wird Polymarket seine Expansionsambitionen jedoch mit zunehmender regulatorischer Kontrolle und wachsendem Wettbewerb durch Konkurrenten wie Kalshi in Einklang bringen müssen.

