Der globale Zahlungsriese Visa Inc. weitet sein Engagement im Bereich der Blockchain-basierten Finanzdienstleistungen aus und kündigt eine erweiterte Zusammenarbeit mit Bridge an, dem Stablecoin-Infrastrukturunternehmen, das im Februar 2025 von Stripe übernommen wurde.
Mit diesem Schritt sollen an Stablecoins gekoppelte Visa-Karten bis Ende des Jahres in mehr als 100 Ländern verfügbar sein – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 18 Märkten, in denen das Produkt bereits angeboten wird.
Die Partnerschaft ermöglicht es Fintech-Unternehmen und Entwicklern, Visa-Karten auszugeben, die durch Stablecoin -Guthaben gedeckt sind. Karteninhaber können dieses Guthaben bei über 175 Millionen Händlern weltweit einsetzen, überall dort, wo Visa akzeptiert wird. So wird die Verbindung von Kryptowährungen mit dem alltäglichen Handel effektiv gestärkt.
Anbieter von Krypto-Wallets wie Phantom und MetaMask haben die Kartenfunktion bereits integriert, sodass Millionen von Nutzern Stablecoins in POS-Käufe umwandeln können, ohne vorher manuell in Fiatgeld umtauschen zu müssen.
Wichtige Erkenntnisse
- Visa Inc. und Bridge weiten die an Stablecoins gekoppelten Visa-Karten bis Ende des Jahres von 18 Ländern auf über 100 Länder aus.
- Karteninhaber können ihr Stablecoin-Guthaben bei über 175 Millionen Händlern weltweit ausgeben, überall dort, wo Visa akzeptiert wird.
- Durch die Partnerschaft von Bridge mit der Lead Bank können teilnehmende Emittenten Transaktionen im Rahmen des Stablecoin-Abwicklungspilotprojekts von Visa auf der Blockchain abwickeln.
- Krypto-Wallets wie Phantom und MetaMask haben die Karten integriert, sodass Benutzer direkt mit Stablecoins bezahlen können.
- Visa prüft die Unterstützung von Bridge-basierten Assets, um zusätzliche Blockchain-basierte Abwicklungswege in seinem globalen Zahlungsnetzwerk einzuführen.
Expansion in vier wichtigen Regionen
Die erweiterte Einführung wird Europa, den asiatisch-pazifischen Raum, Afrika und den Nahen Osten umfassen. Sollte sie planmäßig verlaufen, wäre dies eine der bisher umfangreichsten Einführungen von an Stablecoins gekoppelten Zahlungskarten.
Bridge stellt die Backend-Infrastruktur bereit, die es Unternehmen ermöglicht, individuelle Stablecoin-Programme in Verbindung mit Visa-Karten zu starten. Dank einer Partnerschaft mit der Lead Bank können Transaktionen mit diesen Karten nun im Rahmen des Stablecoin-Abwicklungspilotprojekts von Visa On-Chain abgewickelt werden.
Dieses Pilotprojekt markiert eine bedeutende Abkehr von traditionellen Kartenabwicklungssystemen, die typischerweise auf etablierten Bankinfrastrukturen und batchbasierten Clearingprozessen beruhen.
Die Abwicklung von Stablecoins erfolgt in der Blockchain.
Visas Pilotprojekt ermöglicht es Emittenten und Acquirern, Zahlungen direkt mit Visa über unterstützte Blockchain-Netzwerke mittels Stablecoins abzuwickeln. Die Lead Bank ist eines der teilnehmenden Institute, während Bridge die Stablecoin-Infrastruktur bereitstellt, die diese Transaktionen ermöglicht.
Die Initiative untersucht, ob die Blockchain-basierte Abwicklung die betriebliche Effizienz steigern, die Abwicklungsmöglichkeiten für Emittenten erweitern und den Geldtransfer im Vergleich zu herkömmlichen Methoden beschleunigen kann. Außerdem wird evaluiert, wie Infrastrukturanbieter wie Bridge die Blockchain-Interaktion für Finanzinstitute vereinfachen können, denen tiefgreifende Krypto-Expertise fehlt.
Cuy Sheffield, Leiter der Kryptoabteilung von Visa, betonte die strategische Ausrichtung hinter der Expansion:
„Visa hat sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen dort zu erreichen, wo sie tätig sind, und das findet zunehmend in der Blockchain statt. Die Ausweitung unserer Zusammenarbeit mit Bridge bietet uns eine weitere Möglichkeit, die Geschwindigkeit, Transparenz und Programmierbarkeit von Stablecoins direkt in den Abwicklungsprozess zu integrieren.“
Er fügte hinzu:
„Dieser Meilenstein gibt unseren Partnern mehr Wahlmöglichkeiten bei der Wertübertragung und stärkt Visas Rolle als vertrauenswürdiges Netzwerk, das Stablecoins und das globale Zahlungsökosystem verbindet.“
Das Pilotprojekt zur Abwicklung von Transaktionen baut auf Visas umfassenderen Blockchain-Initiativen der letzten Jahre auf, zu denen auch USDC-Abwicklungsexperimente und Integrationsbemühungen mit kryptonativen Plattformen gehörten.
Benutzerdefinierte Stablecoins – Kartenprogramme eingeben
Neben der Kartenausgabe und -abwicklung prüft Visa auch, ob über Bridge ausgegebene Vermögenswerte künftig in Zahlungsströmen innerhalb seines Netzwerks unterstützt werden können. Dies würde zusätzliche Abwicklungswege für Partner eröffnen, die Alternativen zur herkömmlichen, auf Fiatgeld basierenden Verarbeitung suchen.
Zach Abrams, CEO und Mitbegründer von Bridge, bezeichnete die Zusammenarbeit als Teil eines längerfristigen Wandels der Finanzinfrastruktur:
„Wir verfolgen einen mehrjährigen Ansatz, um Unternehmen dabei zu helfen, ihre eigene Finanzinfrastruktur zu verwalten. Durch die Erweiterung unserer Zusammenarbeit mit Visa können Unternehmen, die ihre eigenen Stablecoins einführen, diese nahtlos in ihre Kartenprogramme integrieren.“
Dieser Kommentar deutet auf ein wachsendes institutionelles Interesse an programmierbarem Geld hin – Stablecoins, die von Unternehmen selbst ausgegeben werden, anstatt sich ausschließlich auf Drittanbieter zu verlassen.
Ein breiterer institutioneller Druck
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltend starker Geschäftsentwicklung im Kerngeschäft von Visa im Zahlungsverkehr. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 ein Umsatzwachstum von 15 % gegenüber dem Vorjahr auf 10.9 Milliarden US-Dollar und konnte seine Marktkapitalisierung bei über 600 Milliarden US-Dollar halten.
Auch wenn Visas traditionelles Kartennetzwerk weiterhin dominant ist, integriert Visa stetig Blockchain-basierte Tools in seine Abrechnungsarchitektur.
Anstatt Stablecoins als Ersatz für bestehende Systeme zu positionieren, scheint das Unternehmen Wahlmöglichkeiten in sein Netzwerk einzubauen – Emittenten und Partner können je nach Bedarf zwischen Fiat- und Blockchain-Systemen wählen.
Für den Kryptosektor erhöht die Expansion in über 100 Länder das potenzielle Nutzungspotenzial von Stablecoins erheblich. Durch die direkte Integration digitaler Dollaräquivalente in die weit verbreitete Karteninfrastruktur senken Visa und Bridge die Hürden zwischen Blockchain-Assets und alltäglichen Transaktionen.
Im Erfolgsfall könnte das Modell die breite Akzeptanz von Stablecoins beschleunigen – nicht durch spekulativen Handel, sondern durch praktischen Nutzen an Kassen weltweit.

