Unter anormalem Gewinn versteht man den Gewinn eines Unternehmens, der die erwartete normale Kapitalrendite übersteigt. In der Finanzwelt gilt der normale Gewinn als der Mindestgewinn, der erforderlich ist, um Ressourcen in einem Markt zu gewinnen und zu halten. Dieser Gewinn deckt alle impliziten und expliziten Produktionskosten ab.
Ein anormaler Gewinn ist bedeutsam, da er darauf hinweist, dass ein Unternehmen Renditen erzielt, die über den unter normalen Marktbedingungen typischerweise erreichbaren Renditen liegen. Dies kann auf Faktoren wie Monopolmacht, einzigartige Produktangebote oder erhebliche Markteintrittsbarrieren zurückzuführen sein, die den Wettbewerb einschränken.
Im Kontext von Zahlungssystemen oder Finanzmärkten können anormale Gewinne auf Marktineffizienzen oder Marktchancen hinweisen, die neue Marktteilnehmer anziehen. Folglich können anhaltend anormale Gewinne in einem Markt zu verstärktem Wettbewerb führen, was zu sinkenden Preisen und einer Normalisierung der Gewinne führt. Somit dienen anormale Gewinne sowohl als Maß für den Unternehmenserfolg als auch als dynamischer Indikator für die Marktgesundheit.
