Brasilien hat neue Regeln eingeführt, die die Verwendung von Kryptowährungen im regulierten internationalen Zahlungsverkehr einschränken. Die von der brasilianischen Zentralbank (Banco Central do Brasil) angekündigte Maßnahme verbietet Kryptowährungen nicht, sondern begrenzt deren Rolle innerhalb der beaufsichtigten Zahlungsinfrastruktur.
Die Änderungen werden im Folgenden beschrieben. Beschluss Nr. 561, das Brasiliens elektronisches Devisensystem, bekannt als eFX, aktualisiert. Dieses System regelt, wie lizenzierte Institutionen wie Banken, Fintech-Unternehmen und Geldtransferdienstleister grenzüberschreitende Transaktionen unter Aufsicht der Zentralbank abwickeln.
Nach den neuen Regeln regulierte Zahlungsanbieter Kryptowährungen und Stablecoins können nicht als Zahlungsmittel für internationale Überweisungen über das eFX-System verwendet werden. Diese Transaktionen müssen über traditionelle Devisengeschäfte oder Konten in brasilianischen Real abgewickelt werden, die von Nichtansässigen geführt werden.
In der Praxis bedeutet dies, dass ein Anbieter die Landeswährung nicht in Vermögenswerte wie Bitcoin oder an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins umtauschen kann, um den letzten Schritt einer grenzüberschreitenden Überweisung abzuschließen. Selbst wenn Kryptowährungen zu einem früheren Zeitpunkt im Prozess verwendet werden, muss die Abwicklung über traditionelle Finanzkanäle erfolgen.
Die Einschränkung gilt nur für regulierte Zahlungssysteme. Privatpersonen und Unternehmen können weiterhin Krypto-Assets kaufen, verkaufen und halten, und Peer-to-Peer-Transaktionen außerhalb des formellen Finanzsystems sind davon nicht betroffen.
Der Fokus der Zentralbank liegt auf der Abwicklung, also dem Schritt, in dem Gelder zwischen Institutionen transferiert und die Eigentumsverhältnisse endgültig geklärt werden. Hier setzen die Aufsichtsbehörden Kontrollen zur Bekämpfung der Geldwäsche durch, überwachen Kapitalflüsse und wenden Devisenkontrollen an. Der Einsatz von Kryptowährungen in dieser Phase verringert die Transparenz für die Behörden. Brasilien strebt an, die Aufsicht über Kryptowährungen aufrechtzuerhalten. internationale Finanzströme unter gleichzeitiger Ermöglichung weiterer Kryptoaktivitäten außerhalb regulierter Kanäle.
Die Regeln betreffen hauptsächlich lizenzierte Institute, die grenzüberschreitende Zahlungen abwickeln. Dazu gehören Banken, die internationale Überweisungen anbieten, Fintech-Unternehmen, die Geldtransfers verwalten, und Zahlungsplattformen, die im eFX-System tätig sind.
Einige dieser Unternehmen hatten bisher auf Kryptowährungen, insbesondere Stablecoins, als Zahlungsmethode gesetzt, da diese im Vergleich zu traditionellen Bankensystemen schnellere Bearbeitungszeiten und geringere Kosten bieten. Aufgrund der neuen Beschränkungen müssen sie nun wieder auf herkömmliche Währungssysteme zurückgreifen, was zu höheren Kosten und längeren Bearbeitungszeiten führen kann.
Unternehmen müssen zudem ihre internen Systeme überprüfen, um sicherzustellen, dass Kryptowährungen in regulierten Abwicklungsprozessen zu keinem Zeitpunkt verwendet werden. Dies kann technische Anpassungen für Unternehmen erfordern, die Blockchain-basierte Tools integriert haben.
Die Entscheidung spiegelt auch die zunehmende regulatorische Aufmerksamkeit für Stablecoins wider. Kryptotransaktionen in Brasilien erreichten im ersten Halbjahr 2025 rund 227 Milliarden Reais (ca. 42.8 Milliarden US-Dollar), wobei Stablecoins einen großen Anteil dieses Volumens ausmachten.
Da die meisten stabile Münzen Da diese Währungen von Unternehmen außerhalb Brasiliens ausgegeben werden, haben die Aufsichtsbehörden nur begrenzten Einfluss auf deren Verwendung im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Dies wirft Bedenken hinsichtlich Transparenz, Einhaltung der Vorschriften und Währungskontrolle auf.
Durch den Ausschluss von Stablecoins aus regulierten Abwicklungssystemen trennt die Zentralbank die beaufsichtigte Finanzinfrastruktur von dezentralen Netzwerken digitaler Vermögenswerte.
Die Maßnahme stellt kein Verbot von Kryptowährungen dar. Börsen bleiben in Betrieb, und Privatpersonen können Kryptowährungen weiterhin im Rahmen der geltenden Bestimmungen nutzen. Die Einschränkung betrifft ausschließlich lizenzierte Institute innerhalb des Zahlungsverkehrssystems der Zentralbank.
Dieser Ansatz spiegelt eine umfassendere regulatorische Richtung wider. Anstatt Kryptowährungen zu verbieten, konzentrieren sich die Behörden darauf, wie diese mit dem traditionellen Finanzsystem verknüpft sind.
Die neue Regelung ist Teil umfassenderer Bemühungen zur verstärkten Aufsicht über den Kryptosektor. Zu den jüngsten Maßnahmen gehören strengere Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche, Verbraucherschutzbestimmungen und Meldepflichten für Anbieter von Dienstleistungen im Bereich virtueller Vermögenswerte.
Unternehmen, die ohne vollständige Genehmigung tätig sind, können dies vorübergehend fortsetzen, müssen aber bis Mai 2027 eine Genehmigung beantragen. Lizenzierte Anbieter müssen ihre Registrierungsdaten bis Ende 2026 aktualisieren.

