Die Probleme von Binance angesichts der Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften nehmen eine neue Dimension an: Die kanadischen Behörden verhängten gegen die Börse eine Geldstrafe von 4.4 Millionen Dollar wegen Nichteinhaltung der Anti-Geldwäsche-Vorschriften in dem nordamerikanischen Land.
Die neu verhängte Geldbuße durch das Financial Transactions and Reports Analysis Centre of Canada (FINTRAC) erfolgte nur wenige Monate, nachdem das US-Justizministerium (DOJ) der Handelsplattform eine Strafgebühr in Höhe von 4.3 Milliarden Dollar auferlegt hatte.
Folglich muss sich Binance auf eine weitere Runde von Rechtsstreitigkeiten einstellen, um seinen Namen von den neuen Vorwürfen reinzuwaschen, die das FINTRAC gegen das Unternehmen erhoben hat.
Vorwürfe gegen Binance
Laut FINTRAC ist Binance für den Verstoß gegen zwei wichtige regulatorische Richtlinien verantwortlich. Daher muss die Handelsplattform eine Strafgebühr von rund sechs Millionen kanadischen Dollar (6,002,000 C$) zahlen, was einem Gegenwert von 4.4 Millionen Dollar entspricht.
Die Anti-Geldwäsche-Agentur betonte die Vorwürfe gegen Binance und behauptete, dass die Börse ihre Dienste ihren kanadischen Kunden angeboten habe, ohne sich zuvor trotz mehrerer Warnungen bei den zuständigen Behörden in Kanada als ausländisches Gelddienstleistungsunternehmen ausweisen zu müssen.
Darüber hinaus bemängelte die Regulierungsbehörde, dass Binance die Kryptowährungen seiner kanadischen Nutzer entgegennahm, obwohl es sich für einen früheren Ausstieg aus dem kanadischen Markt entschieden hatte.
Darüber hinaus gab die Regulierungsbehörde bekannt, dass Binance es versäumt hatte, Belege für bedeutende Kryptotransaktionen im Wert von über 10,000 kanadischen Dollar zu melden. Laut FINTRAC hat Binance etwa 5,902 Transaktionen, die zwischen Juni 2021 und Juli 2023 auf der Handelsplattform stattfanden, nicht gemeldet, da das Unternehmen es versäumt hatte, innerhalb des angegebenen Zeitraums Know-Your-Customers (KYC)-Verfahren für Kunden durchzuführen.
Binance-Probleme gehen weiter
Die neue Richtlinie der kanadischen Behörden wird die schwierige Lage von Binance inmitten einer Reihe von Rechtsstreitigkeiten mit Regulierungsbehörden in mehreren Ländern zweifellos noch verschärfen.
Die Handelsplattform steht vor einer ähnlichen Situation in Nigeria, nachdem das westafrikanische Land der Börse Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen hatte. In den Vereinigten Staaten steht Binance zudem unter Beobachtung der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC, weil sie den Verkauf einiger Krypto-Einheiten erleichtert hat, die von der SEC als Wertpapiere eingestuft werden.
