Nach dem Tod des Firmengründers Nathan Allman ist ein Rechtsstreit um die Führung von Ondo Finance entbrannt. Kathleen Allman, Nathans Mutter und gerichtlich bestellte Nachlassverwalterin, hat in Delaware Klage eingereicht, um die Kontrolle über das Unternehmen zu erlangen. Sie argumentiert, sie sei befugt, den Vorstand neu zu besetzen und den derzeitigen CEO Ian De Bode abzuberufen. De Bode wies die Vorwürfe zurück und erklärte, das Unternehmen genieße weiterhin die Unterstützung des Vorstands, der Investoren und der Ondo Foundation.
Wichtige Erkenntnisse
- Kathleen Allman hat eine Klage eingereicht, um die Kontrolle über Ondo Finance zu erlangen und die Absetzung von CEO Ian De Bode zu erwirken.
- In der Klage wird behauptet, De Bode habe nach dem Tod des Firmengründers Nathan Allman die Position des CEO ohne rechtmäßige Zustimmung des Aufsichtsrats übernommen.
- Kathleen Allman argumentiert, dass sie als Vertreterin des Nachlasses von Nathan Allman über die Stimmrechte verfügt, die zur Neubesetzung des Vorstands erforderlich sind.
- De Bode weist die Vorwürfe zurück und sagt, Ondo genieße weiterhin die Unterstützung von Großinvestoren und der Ondo-Stiftung.
- Der Fall könnte ein wichtiger Präzedenzfall für die Nachfolgeplanung in Kryptowährungsunternehmen werden.
Ernennung des CEO von Estate Challenges
Kathleen Allman reichte beim Delaware Court of Chancery eine eidesstattliche Klage ein, um nach dem Tod des Firmengründers Nathan Allman die Kontrolle über Ondo Finance zu erlangen. Laut Klage übernahm Ian De Bode kurz nach Nathan Allmans Tod die Funktion des Geschäftsführers, ohne die Zustimmung eines ordnungsgemäß bestellten Aufsichtsrats einzuholen. In der Klage wird argumentiert, dass nach Nathan Allmans Tod kein aktiver Aufsichtsrat mehr existierte, der De Bodes Ernennung zum Geschäftsführer hätte autorisieren können, da dieser einen der beiden Aufsichtsratssitze innehatte, der zweite jedoch vakant war. Der Nachlass argumentiert daher, dass De Bode nicht befugt war, die Leitung des Unternehmens zu übernehmen.
Nachlassansprüche Behörde zum Wiederaufbau des Vorstands
Nachdem Kathleen Allman Ende Juni von einem Gericht in Hawaii zur Nachlassverwalterin von Nathan Allman ernannt worden war, nutzte sie nach eigenen Angaben die Stimmrechte des Nachlasses, um sich selbst zur alleinigen Geschäftsführerin von Ondo zu ernennen. Anschließend erweiterte sie den Vorstand und berief weitere Mitglieder, darunter Nathan Allmans Schwester Tahnee Towill. Ein vorgeschlagener Kandidat, Gordon Liao, lehnte die Ernennung ab. Der neu gebildete Vorstand beschloss später, De Bode von seinen Positionen als CEO, Präsident, leitender Angestellter, Mitarbeiter und Berater zu entfernen. Kathleen Allman wurde daraufhin zur Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführerin, Sekretärin und Schatzmeisterin ernannt.
Beschwerde wirft Fehlverhalten in der Unternehmensführung vor
In der Klage wird außerdem behauptet, Ondo habe sich geweigert, dem Nachlass die Aktionärsliste des Unternehmens und die dazugehörigen Kontaktdaten zur Verfügung zu stellen.
Kathleen Allman behauptet weiterhin, De Bode habe Firmenressourcen genutzt, um sie unter Druck zu setzen, Unternehmensdokumente zu unterzeichnen, die seine Führungsposition nach dem Tod ihres Sohnes gestützt hätten. Die Klage fordert das Gericht in Delaware auf, das Stimmrecht des Nachlasses anzuerkennen und die nach Kathleen Allmans Ernennung getroffenen Entscheidungen des Vorstands zu bestätigen.
De Bode weist Anschuldigungen zurück
Ian De Bode bezeichnete die Klage als unbegründet und erklärte, die Fakten würden letztendlich die derzeitige Unternehmensführung bestätigen. Er betonte, dass Ondo weiterhin Unterstützung von seinen Hauptinvestoren, der Ondo Foundation und dem gesamten Ondo-Ökosystem erhalte.
Laut De Bode bekräftigt das Managementteam sein Engagement für die Umsetzung von Nathan Allmans Vision und wird weiterhin Kunden betreuen sowie die Tokenisierungsplattform für reale Vermögenswerte des Unternehmens weiterentwickeln . Er bezeichnete den Rechtsstreit zudem als den Interessen des Unternehmens, seiner Mitarbeiter, Aktionäre und des gesamten Ökosystems zuwiderlaufend.
Regierungsstreit rückt Ondo in den Fokus
Ondo Finance wurde 2021 vom ehemaligen Goldman-Sachs-Manager Nathan Allman gegründet und hat sich zu einem der führenden Unternehmen im Bereich der Tokenisierung traditioneller Finanzanlagen wie US-Staatsanleihen, Aktien und ETFs entwickelt. Das Unternehmen wird von namhaften Investoren wie Founders Fund, Coinbase Ventures, Tiger Global und Wintermute unterstützt, und sein Governance-Token hat sich zu einem der größten Projekte im Bereich realer Vermögenswerte entwickelt.
Die Entscheidung des Gerichts in Delaware wird darüber entscheiden, wer die rechtmäßige Befugnis zur Kontrolle des Unternehmens hat und kann Einfluss darauf haben, wie andere Krypto-Firmen die Nachfolgeplanung und die Unternehmensführung nach dem Tod wichtiger Gründer angehen.
Fazit
Der Streit um Ondo Finance dreht sich um die unterschiedlichen Ansprüche auf die Unternehmensführung nach dem Tod des Gründers Nathan Allman. Kathleen Allman argumentiert, dass ihr die Stimmrechte des Nachlasses erlauben, den Vorstand neu zu besetzen und die derzeitige Führung auszutauschen, während Ian De Bode seine Führung als legitim und von den wichtigsten Anteilseignern des Unternehmens getragen ansieht.
Der Ausgang des Verfahrens in Delaware dürfte Klarheit über die Kontrolle von Ondo Finance bringen und könnte einen wichtigen Präzedenzfall für die Unternehmensführung und die Nachfolgeregelung in der Kryptowährungsbranche schaffen.
