Visa hat mit der Ankündigung einer neuen Partnerschaft mit Aquanow, einem globalen Anbieter von Infrastruktur für digitale Vermögenswerte, einen weiteren wichtigen Schritt im Bereich digitaler Währungszahlungen unternommen.
Diese Zusammenarbeit erweitert die Abwicklungsmöglichkeiten von Visa mit Stablecoins in Mittel- und Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika (CEMEA) und stellt einen der bedeutendsten Fortschritte des Unternehmens dar, seit es 2023 mit Stablecoin-Systemen experimentierte.
Visa bestätigte, dass die Integration mit Aquanow es Emittenten und Acquirern in der gesamten Region ermöglicht, Transaktionen mit zugelassenen Stablecoins wie USDC abzuwickeln. Laut Unternehmen tragen Blockchain-basierte Abwicklungssysteme dazu bei, die Betriebskosten zu senken, die Abwicklungszeiten zu verkürzen und den Geldtransfer zwischen Finanzinstituten zu vereinfachen.
„Indem wir die Leistungsfähigkeit von Stablecoins nutzen und sie mit unserer bewährten globalen Technologie kombinieren, ermöglichen wir Finanzinstituten in CEMEA schnellere und einfachere Abwicklungen“, sagte Godfrey Sullivan, Leiter Produkt und Lösungen für CEMEA bei Visa.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Partnerschaft von Visa mit Aquanow ermöglicht es Finanzinstituten in CEMEA, Zahlungen mit Stablecoins wie USDC in Echtzeit abzuwickeln.
- Das neue Abwicklungssystem ist rund um die Uhr verfügbar und beseitigt somit Verzögerungen, die durch Wochenenden und die üblichen Banköffnungszeiten entstehen.
- Das Stablecoin-Abrechnungsprogramm von Visa hat seit seinem ersten Pilotprojekt im Jahr 2023 bereits ein jährliches Volumen von über 2.5 Milliarden US-Dollar erreicht.
- Aquanow verfügt über umfassende Expertise im Bereich Krypto-Infrastruktur, betreut über 300 Kunden und verarbeitet monatlich digitale Transaktionen in Milliardenhöhe.
- Regulatorische Klarheit, einschließlich Rahmenbedingungen wie MiCA in Europa und dem GENIUS Act in den USA, spielt eine entscheidende Rolle bei der Ermöglichung einer breiteren Akzeptanz von Zahlungen auf Basis von Stablecoins.
Schnellere globale Zahlungen
Grenzüberschreitende Zahlungen zählen aufgrund veralteter Infrastruktur und zwischengeschalteter Banken traditionell zu den langsamsten Bereichen des Finanzwesens. Traditionelle Überweisungen können drei bis sieben Werktage – oder länger – dauern, wobei zusätzliche Gebühren anfallen.
Stablecoins lösen einige dieser Probleme. Da sie durch reale Vermögenswerte wie den US-Dollar gedeckt sind, ermöglichen sie nahezu sofortige Überweisungen über Blockchain-Netzwerke hinweg zu einem Bruchteil der Kosten.
Das neue Visa-Aquanow-System ist sieben Tage die Woche, auch an Wochenenden und Feiertagen, in Betrieb und beseitigt damit eine der größten Einschränkungen herkömmlicher Bankinfrastrukturen. Mit USDC und anderen zugelassenen Token können Finanzakteure in der Region Transaktionen nun in Echtzeit abwickeln, anstatt auf die üblichen Clearing-Zyklen warten zu müssen.
Aquanow-CEO Phil Sham hob die Effizienzvorteile hervor und erklärte, die Partnerschaft ermögliche Abrechnungen mit der „Geschwindigkeit und Transparenz des Internets“.
Aufbauend auf Visas Stablecoin-Dynamik
Visa begann 2023 mit der Erprobung der Stablecoin-Abwicklung bei ausgewählten Unternehmenspartnern. Seitdem ist das Programm rasant gewachsen und verzeichnet mittlerweile ein jährliches Transaktionsvolumen von über 2.5 Milliarden US-Dollar. Im Rahmen seiner Multicoin-Infrastrukturstrategie hat das Unternehmen die Unterstützung auf mehrere Stablecoins und Blockchain-Netzwerke ausgeweitet.
Anfang dieses Jahres überschritt Visa die Marke von 200 Millionen US-Dollar beim kumulierten Abwicklungsvolumen von Stablecoins, bevor das Unternehmen seine Expansion auf afrikanische Märkte fortsetzte und sein siebentägiges Abwicklungssystem entwickelte.
„Unsere Partnerschaft mit Aquanow ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Modernisierung der Backend-Infrastruktur von Zahlungen, zur Verringerung der Abhängigkeit von traditionellen Systemen mit zahlreichen Zwischenhändlern und zur Vorbereitung der Institutionen auf die Zukunft des Geldverkehrs“, bemerkte Sullivan.
Gleichzeitig betonte Visa-Chef Ryan McInerney die Notwendigkeit klarerer regulatorischer Rahmenbedingungen, bevor Stablecoins im globalen Bankensystem flächendeckend eingesetzt werden können. Immer mehr Länder bewegen sich in diese Richtung.
Die europäische MiCA-Verordnung bietet nun Standards für Stablecoins, und die USA haben mit dem im Juli 2025 verabschiedeten GENIUS Act Richtlinien auf Bundesebene geschaffen.
Wer ist Aquanow?

Aquanow wurde 2018 gegründet und hat eine der fortschrittlichsten Infrastrukturen für institutionelle Kryptodienstleistungen aufgebaut. Das Unternehmen betreut über 300 Kunden in mehr als 50 Ländern und verarbeitet monatlich Kryptotransaktionen im Wert von Milliarden von Dollar.
Das explosive Wachstum von über 3,000 % in vier Jahren brachte dem Unternehmen mehrere Jahre in Folge eine Aufnahme in die Deloitte Technology Fast 500-Liste ein. Aquanow ist zudem in Dubai von der Virtual Assets Regulatory Authority (VARA) regulierungstechnisch lizenziert und kann somit in einem der weltweit am schnellsten wachsenden Fintech-Zentren unter Einhaltung strenger Vorschriften agieren.
„Visas zuverlässiges globales Netzwerk ermöglicht seit Langem sichere und effiziente Geldtransfers“, sagte Phil Sham, CEO von Aquanow. „Gemeinsam eröffnen Visa und Aquanow Institutionen neue Wege zur Teilhabe an der digitalen Wirtschaft.“
Warum diese Partnerschaft wichtig ist
Die CEMEA-Region wickelt ein enormes Volumen an grenzüberschreitenden Zahlungen, Überweisungen und digitalem Handel ab. Viele lokale Unternehmen – insbesondere in Regionen wie Subsahara-Afrika – leiden unter verzögerten internationalen Zahlungsabwicklungen, die die Liquidität einschränken und die betriebliche Effizienz mindern.
Durch diese Partnerschaft:
- Banken können Verbindlichkeiten nahezu sofort begleichen.
- Die Gebühren für grenzüberschreitende Überweisungen sinken deutlich
- Die Abrechnung ruht nicht mehr an Wochenenden oder Feiertagen.
Institutionen können auf Blockchain-basierte Finanzinstrumente zugreifen, ohne die Blockchain-Infrastruktur direkt verwalten zu müssen.
Visa fungiert als Brücke zwischen traditionellen Finanzinstituten und der Technologie digitaler Vermögenswerte, während Aquanow die technische Infrastruktur für die Abwicklung von Stablecoins bereitstellt.
Ein Wendepunkt für digitale Währungen
Einst als experimentell betrachtet, werden Stablecoins heute zu einem Grundpfeiler des globalen Handels. Über Nacht vollzieht sich der Wandel von einer Welt, in der Blockchain-basierte Zahlungsabwicklungen eine Nische darstellten, zu einer, in der sie direkt mit den größten Zahlungsnetzwerken der Welt koexistieren.
Visa unterstützt bereits mehr als 25 globale Fiatwährungen, und da Stablecoins nun auch Teil der Abwicklungsmechanismen sind, verschmelzen digitale und traditionelle Finanzsysteme immer stärker miteinander.
Die Partnerschaft mit Aquanow ist eines der deutlichsten Signale dafür, dass die Abwicklung digitaler Vermögenswerte nicht länger spekulativ ist – sie ist operativ und skalierbar.
Durch schnellere Abwicklung, niedrigere Kosten und mehr Transparenz könnte dieser Schritt die Art und Weise, wie Unternehmen international Geld transferieren, neu definieren und den Wandel hin zu einem primär digitalisierten Finanzsystem beschleunigen.

