Claude hilft bei der Wiederbeschaffung von 395,000 US-Dollar in Bitcoin, die jahrelang auf einem Computer gefangen waren.

Physische Bitcoin-Token auf einer Laptop-Tastatur


Einem Bitcoin-Besitzer ist es nach jahrelangen erfolglosen Wiederherstellungsversuchen gelungen, wieder Zugriff auf BTC im Wert von rund 395,000 US-Dollar zu erlangen. Die KI Claude von Anthropic half dabei, ein altes Wallet-Backup zu identifizieren, das in archivierten Computerdateien versteckt war.

Die Geschichte der Geldwiedererlangung erregte in der Krypto-Community großes Aufsehen, nachdem der Nutzer „@cprkrn“ bekannt gab, dass 5 BTC, die seit 2015 gesperrt waren, dank einer KI-gestützten Suche in einem alten Backup eines Hochschulcomputers endlich wiederhergestellt werden konnten. Die On-Chain-Aufzeichnungen zeigen, dass die Wallet über ein Jahrzehnt lang inaktiv war, bevor die Gelder am 13. Mai transferiert wurden.

Schlüssel zum Mitnehmen

  • Ein Bitcoin-Besitzer konnte BTC im Wert von rund 395,000 US-Dollar zurückerhalten, nachdem Claude AI dabei geholfen hatte, ein altes Wallet-Backup in archivierten Dateien aufzuspüren.
  • Die Wiederherstellung erforderte keine Entschlüsselung der Bitcoin-Verschlüsselung; der Besitzer besaß bereits das richtige Passwort für das ältere Wallet-Backup.
  • Claude half dabei, indem er Dateien organisierte und eine brauchbare wallet.dat-Sicherungsdatei in alten Computerarchiven ausfindig machte.
  • Der Fall verdeutlicht, wie KI-Tools die Wiederherstellung von Krypto-Wallets durch forensische Dateianalyse und Datenorganisation verbessern können.
  • Der Vorfall warf zudem Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes beim Hochladen von Wallet-bezogenen Dateien und sensiblen Daten auf cloudbasierte KI-Plattformen auf.

Claude half beim Auffinden der Wallet, nicht beim Knacken von Bitcoin. 

Der Fall löste schnell eine Debatte darüber aus, wie künstliche Intelligenz die Wiederherstellung von Krypto-Wallets verändern könnte , insbesondere für frühe Bitcoin-Besitzer, die in den Anfangsjahren des Netzwerks den Zugriff auf ihre Guthaben verloren haben.

Claude hat Bitcoin nicht „geknackt“.

Trotz anderslautender Behauptungen in den sozialen Medien hat Claude weder die Bitcoin-Verschlüsselung geknackt noch die Wallet-Sicherheit umgangen.

Stattdessen half der KI-Assistent dem Wallet-Besitzer, eine ältere wallet.dat-Sicherungsdatei zu finden, die unter Tausenden archivierter Dateien verborgen war. Diese ältere Sicherung war mit einem Passwort verschlüsselt, das der Besitzer bereits in einem Notizbuch wiedergefunden hatte.

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Der Nutzer hatte Berichten zufolge fast acht Wochen lang versucht, das Passwort einer neueren Wallet-Version per Brute-Force-Angriff zu knacken. Dazu nutzte er das Open-Source-Wiederherstellungstool btcrecover und gemietete GPU-Rechenleistung. Laut CoinDesk wurden rund 3.5 Billionen Passwortkombinationen getestet, bevor der Versuch scheiterte.

Der Durchbruch gelang, nachdem der Besitzer ein altes Computer-Backup in Claude hochgeladen und das KI-System gebeten hatte, bei der Identifizierung relevanter Wallet-Dateien und der Organisation des Suchprozesses zu helfen.

Nachdem Claude die ältere wallet.dat-Datei wiedergefunden hatte, konnte sie mithilfe des zuvor wiederhergestellten Passworts erfolgreich entschlüsselt werden, wodurch der Zugriff auf die privaten Schlüssel, die die Bitcoins kontrollieren, wiederhergestellt wurde.

Der Besitzer feierte die Wiederherstellung öffentlich auf X und schrieb:

„HEILIGE SCHEISSE, OMG, CLAUDE HAT DAS GERADE GEKRÖNT!“

Sicherheitsforscher und Entwickler stellten jedoch schnell klar, dass es sich bei der Wiederherstellung um Dateierkennung und Passwortwiederherstellung handelte und nicht um einen Verstoß gegen die Kryptographie von Bitcoin.

Warum das alte Backup immer noch funktionierte

Die privaten Bitcoin-Schlüssel bleiben unverändert, solange die Wallet nicht vollständig ersetzt wird. Dieses Detail war in diesem Fall von entscheidender Bedeutung.

Obwohl der Besitzer das Wallet-Passwort Jahre zuvor geändert und das neue vergessen hatte, enthielt die ältere Sicherungsdatei noch immer dieselben privaten Schlüssel, die mit dem Guthaben von 5 BTC verknüpft waren. Da das ursprüngliche Passwort auch für diese ältere Sicherung funktionierte, konnte der Zugriff auf die Gelder wiederhergestellt werden, ohne die Verschlüsselung direkt knacken zu müssen. Die Wallet stammte Berichten zufolge noch aus der Bitcoin-Core-Ära, also aus der Zeit, bevor Seed-Phrase-Standards wie BIP-39 branchenweit üblich wurden.

Diese Unterscheidung ist deshalb wichtig, weil ältere Wallet-Systeme oft ausschließlich auf lokal verschlüsselten wallet.dat-Dateien basierten, die durch eine vom Benutzer erstellte Passphrase geschützt waren.

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Die wachsende Rolle der KI bei der Erholung von Kryptowährungen

Der Vorfall verdeutlicht einen neuen Anwendungsfall für große Sprachmodelle im Bereich der Kryptographie: die forensische Dateianalyse.

Wiederherstellungstools wie btcrecover gibt es schon seit Jahren, aber viele Fälle von verlorenen Wallets scheitern, weil die Benutzer ihre alten Backups nicht richtig organisieren, gültige Wallet-Dateien nicht identifizieren oder Passwortvarianten nicht effizient eingrenzen können.

KI-Systeme können diesen Prozess beschleunigen, indem sie riesige Mengen unstrukturierter Daten scannen, Namensmuster identifizieren, Sicherungsformate erkennen und potenziell wichtige Dateien in Minuten statt Tagen aufspüren.

Für technisch weniger versierte Nutzer könnte dies die Chancen auf die Wiederherstellung von Wallets, die mit vergessenen Festplatten oder archivierten Geräten verknüpft sind, deutlich erhöhen. Experten warnen jedoch davor, dass KI nicht auf magische Weise dauerhaft verlorene Bitcoins wiederherstellen kann.

Eine erfolgreiche Genesung hing in diesem Fall von mehreren sehr spezifischen Bedingungen ab:

  • Der Besitzer besaß noch alte Sicherungsdateien.
  • Das ursprüngliche Passwort war wiedergefunden worden.
  • Die ältere Wallet enthielt dieselben aktiven privaten Schlüssel.
  • Die Dateien selbst waren nicht beschädigt.

Ohne diese Elemente wäre das Ergebnis wahrscheinlich ganz anders ausgefallen.

Datenschutzbedenken tauchen auf

Die Erholung hat auch die Debatte über die mit cloudbasierten KI-Systemen verbundenen Datenschutzrisiken neu entfacht.

Das Hochladen von Wallet-Backups, verschlüsselten Dateien oder Finanzarchiven auf eine KI-Plattform birgt offensichtliche Sicherheitsrisiken, insbesondere wenn sensible Informationen in Protokollen gespeichert oder in externen Systemen aufbewahrt werden. Einige Nutzer von X wiesen darauf hin, dass Claude zwar bei der Lokalisierung der Wallet half, das Hochladen von Wallet-bezogenen Daten auf eine Drittanbieter-KI-Plattform jedoch Vertrauensannahmen mit sich bringt, die viele Krypto-Nutzer normalerweise vermeiden möchten.

Anthropic hat sich zu dem Vorfall nicht öffentlich geäußert.

Die grundsätzliche Sorge besteht darin, dass KI-gestützte Dateianalysen letztendlich missbräuchlich eingesetzt werden könnten, wenn Angreifer Zugriff auf durchgesickerte Archive, verlassene Festplatten oder kompromittierte Cloud-Backups mit Wallet-Informationen erlangen.

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Millionen von Bitcoins bleiben verloren

Die Geschichte hat weite Verbreitung gefunden, da der Verlust von Bitcoins nach wie vor eines der hartnäckigsten Probleme der Branche darstellt.

Blockchain-Analysen schätzen, dass zwischen drei und vier Millionen Bitcoins aufgrund vergessener Passwörter, verlorener Geräte, zerstörter Festplatten oder fehlender Wiederherstellungsphrasen dauerhaft unzugänglich sein könnten. Zu den bekanntesten Fällen zählen der Programmierer Stefan Thomas, der weiterhin keinen Zugriff auf seine Wallet mit 7,002 Bitcoins hat, die auf einem verschlüsselten IronKey-Gerät gespeichert waren, und James Howells, der jahrelang versuchte, eine Festplatte mit Tausenden von Bitcoins wiederherzustellen, die auf einer Mülldeponie entsorgt worden war.

Da Bitcoin derzeit bei fast 79,000 US-Dollar notiert, können selbst kleine, in Vergessenheit geratene Bestände aus den frühen 2010er Jahren heute lebensverändernde Geldsummen darstellen.

Für langjährige Inhaber dient die jüngste Wiederherstellung als Erinnerung daran, dass alte Backups, vergessene Laptops und archivierte Speichermedien möglicherweise noch wiederherstellbare Vermögenswerte enthalten, insbesondere wenn frühere Wallet-Versionen noch zugänglich sind.

Gleichzeitig verdeutlicht der Vorfall eine ganz praktische Lektion für Krypto-Nutzer: Wiederherstellungsphrasen, Passwörter und Wallet-Backups sollten niemals allein auf dem Gedächtnis beruhen.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlage- oder Handelsberatung dar. Die hierin enthaltenen Informationen sind nicht als Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung zu verstehen. Der Handel mit Kryptowährungen birgt ein erhebliches Risiko finanzieller Verluste. Führen Sie stets eine sorgfältige Prüfung durch, bevor Sie Handels- oder Anlageentscheidungen treffen.

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